Klaus Farin - Skinheads-Thueringen

Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü

Klaus Farin

Leseecke > Interviews

So, nach langer Ankündigung hat es endlich geklappt und ich kann Euch das angekündigte Interview mit Klaus Farin präsentieren. Viel Spaß beim lesen:

ST: Hallo Herr Farin. Als erstes möchte ich mich bei Ihnen bedanken, dass Sie mir die Möglichkeit zu diesem Interview geben. Den meisten Lesern werden Sie sicherlich als Autor zahlreicher Bücher über die Skinheadszene und anderer Jugendsubkulturen bekannt sein. Stellen Sie sich dennoch bitte kurz vor:

KF: Alles Wichtige steht denke ich auf meiner Seite: www.klaus-farin.de.


ST: Ihr erstes Buch, welches sich explizit mit der Skinheadszene befasst, ist „Skinheads“ welches sie zusammen mit Eberhard Seidel-Pielen im Jahr 1993 veröffentlichten. Es ist das erste Werk, soweit mir bekannt, welches sich objektiv mit der Skinheadszene in all ihrem Facettenreichtum beschäftigt, Szeneangehörige selbst zu Wort kommen lässt und (dem Otto-Normalverbraucher bis dato unbekannte) Szenerichtungen beleuchtet und nicht das bis dahin gemeingültige Bild vom dumpfen Nazischläger untermauert. In der Zeit, als dieses Buch entstand und veröffentlicht wurde, waren Skinheads die wohl am meisten gehasste und von der Gesellschaft verachtete Subkultur überhaupt. Wie gestalteten sich die Recherchen zu dem Buch, welche Erfahrungen haben Sie selbst in dieser Zeit mit der Skinheadszene gemacht? Wie waren die Reaktionen in der Szene  zu dem Buch und wie reagierten die Gesellschaft und die Massenmedien auf dieses Werk?


KF: Für mich ist meist der Hauptanlass, mich publizistisch mit einer Szene zu befassen, wenn diese als Sündenbock für die Mehrheitsgesellschaft herhalten muss oder zu Unrecht pauschal stigmatisiert wird. Anfang der 90er Jahre hätte es ja in Deutschland ohne die Skinheads und deren bevorzugte Musik, den „Rechtsrock“,  keinen Rechtsextremismus, keinen Rassismus, keine Pogrome, Morde und Hetzjagden wie in Hoyerswerda, Rostock, Mölln und Solingen gegeben – so lauteten ja die Berichte in den Medien, die Statements der Politiker und auch die Stimmung in der Bevölkerung.  Wenn das in der Bildzeitung steht, wundert mich das natürlich nicht, aber wenn auch kritische linke Medien und Menschen das glauben und verkünden, schlage ich eben mit einem Buch zurück. Der konkrete Anlass für das „Skinheads“-Buch im Beck-Verlag war allerdings unser Buch „Krieg in den Städten. Jugendgangs in Deutschland“, das 1991 im Rotbuch-Verlag erschienen war und gerade jetzt, gut 20 Jahre später, wieder im Archiv der Jugendkulturen neu aufgelegt wurde (siehe http://shop.jugendkulturen.de).  Darin gab es auch schon eine größere Skinhead-Reportage und Interviews mit Skins, und zwar auch mit Red- und S.H.A.R.P.-Skins. Das war glaube ich wirklich die erste größere Buchveröffentlichung (auch) zu Skinheads in Deutschland und die Reaktion hat auch mich damals wirklich überrascht: Ich habe innerhalb weniger Monate Dutzende von Briefen bekommen, wurde zu Konzerten und Nighters eingeladen und Skins meinten, ich sollte mal ein eigenes Buch zu ihrer Szene machen. So ist letztlich die Idee zu unserem ersten Skinhead-Buch entstanden. Die Recherche war dann also nicht so schwer, zumal ich ja auch schon privat Skinheads kannte, von Punk- und Ska-Konzerten und in meiner damaligen Stammkneipe standen auch Skins hinterm Tresen.

Das „Skinheads“-Buch selbst löste dann ein riesiges Echo aus – zumindest in der Szene selbst. Fast die Hälfte der ersten Auflage wurde von Skinheads gekauft. Ich treffe heute noch ab und zu Skins, die mir erzählen, sie hätten das Buch für ihre Eltern oder andere Nahestehende gekauft, um sie zu überzeugen, dass sie zwar „Skin, aber kein Nazi“ seien. Ich habe selbst auch Hunderte von Elternabenden, Lehrerfortbildungen, sogar Polizei- und Justizfortbildungen gemacht, um denen auch ein differenzierteres Bild zu vermitteln. Und immer wieder Interviews gegeben. Auch die Medien begannen damals, wenigstens ab und an zu erwähnen, dass es nicht nur Nazi-Skins gab – um dann jedoch weiterhin zum größten Teil nur über diese zu berichten. Medien und Politik sind doch eher bildungsresistent.


ST: Im Jahr 1997 folgte das zweite Buch „Die Skins – Mythos und Realität“, welches sich noch detaillierter mit dem Thema befasst. Gab es bereits während der Arbeiten am ersten Buch Ambitionen oder Pläne für dieses Buch? In diesem Werk wird mit diversen „Urban Legends“ über die Szene aufgeräumt, z. B. Falschmeldungen der Presse, usw. Es wird insbesondere auch der Umgang der Medien mit dem Thema kritisch betrachtet. Gab es dazu Reaktionen der in dem Buch angesprochenen Medien? Wie gestaltete sich die Zusammenarbeit zu diesem Buch mit der Szene? Gab es aufgrund von „Skinheads“ Vorbehalte oder doch eher Zuspruch innerhalb der Szene?


KF: Unsere ersten beiden Skin-Bücher waren ja journalistische Bücher. Aber noch immer gab es keine gründliche Forschung zu dem Thema. Nachdem ich immer wieder vergeblich versucht hatte, Jugendforscher und andere Wissenschaftler dafür zu motivieren, habe ich mir gedacht: okay, dann mache ich es eben selbst. Zum anderen war es immer schon mein Prinzip, die Szene-Angehörigen, um die es geht, selbst zu Wort kommen zu lassen. So habe ich z. B. viele meiner Vorträge und Fortbildungen gemeinsam mit Skinheads gemacht. Also entstand die Idee zu einem mehrteiligen Projekt: Ein Band mit wissenschaftlichen Studien, den auch die Forschung und die Politik nicht ignorieren konnte, und ein Band, in dem Szene-Angehörige aller Fraktionen selbst zu Wort kommen, damit sich jeder Interessierte ein eigenes Bild machen kann und nicht nur vermittelt durch meine eigenen journalistischen Texte. Die Wirkung bei der etablierten Forschung war allerdings marginal, die interessiert sich heute noch fast ausschließlich für Extremismus, nicht für Jugendkulturen, allerdings vermeiden sie heute das Wort Skinheads, wenn sie von Nazis reden; immerhin das haben sie gelernt. Aber viele Studierende haben das Buch zur Kenntnis genommen, wie auch „Skinheads“ und „Skinhead – a way of life“. Wir haben in unserer Archiv-Bibliothek inzwischen mehr als drei Dutzend Diplomarbeiten u. ä., die maßgeblich auf unseren Büchern beruhen und Skinheads differenzierter darstellen.


ST: Ein weiteres Kultbuch, sowie die dazugehörige DVD, welche in keiner „Skinhead Bibliothek“ fehlen sollten ist natürlich „Skinhead – A way of life“ in dem Skinheads, Skingirls, Musiker und Fanzineschreiber selbst zu Wort kommen. Wie waren die Reaktionen und der Zusammenarbeitswille in der Szene zu diesem Buch?


KF: Das Echo auf meine erste Ankündigung war gewaltig. Ich habe damals Flyer produziert und einen ziemlich umfangreichen Fragebogen für die beiden Bücher entwickelt, den wirklich mehr als 400 Skinheads ausfüllten. Und zwar Skins aller „Fraktionen“. „Rechtsrock“-Bands haben in ebenso verteilt oder mich bei ihren Konzerten Leute befragen lassen wie „unpolitische“ Bands wie die SpringtOifel, die mich damals sehr unterstützt haben, oder Ska- und linke Bands wie Blechreiz oder Bad Manners, bei deren Konzerten wir auch filmen durften.


ST: Kannten die Rechten nicht Ihre politische Haltung oder haben Sie sich „getarnt“?


KF: Nein, die wussten schon, dass ich eine „Zecke“ war. Ich habe auch bei rechten Konzerten oder in rechten Jugendklubs meist einen Clash-Button oder so getragen und auch keinen Hehl aus meiner linken Einstellung gemacht. Aber ich habe immer versucht, mich absolut fair allen Interviewpartnern gegenüber zu verhalten, niemanden zu zensieren und mich an Absprachen wie den Schutz der Anonymität gehalten. Anders geht es ja auch nicht, wenn ich möchte, dass Menschen offen mit mir reden. Manche Antifas haben später kritisiert, dass ich auch Nazis zu Wort kommen lasse, aber ich denke mir, nur so kann sich jede/r eine Meinung darüber bilden. Ich denke, wer meine Bücher liest, ist selbst dazu in der Lage, ein Interview zu beurteilen, und braucht keinen Vordenker. Mein Job als Herausgeber war es vor allem, möglichst alle „Fraktionen“ und unterschiedlichen Kulturen (von den ’69er Traditionalisten über Oi!-Skins bis zur Nazi-Fraktion oder auch Gay-Skins) selbst zu Wort kommen zu lassen, um damit auch die Breite und Widersprüchlichkeit der Szene zu dokumentieren. Das hat nicht allen gefallen. Ein Teil der Skin-Szene hätte gerne, dass alle Skins genau so wären wie sie selbst. Rechte haben sich anschließend beklagt, dass viel zu viele „Zecken-Skins“ (wie S.H.A.R.P.) zu Wort kommen, linke Skins ärgerten sich über „Dummprolls und Nazi-Glatzen“, das seien keine Skins. Aber ich glaube, die meisten fanden es gut. Sonst würde es nicht heute noch immer wieder verkauft und nachgedruckt.


ST: Dann müssten Sie ja heute eigentlich ein reicher Mann sein. Bei Wikipedia steht, dass die Gesamtauflage Ihrer 29 Bücher inzwischen bei über 200.000 Exemplaren liegt.


KF: Eigentlich sind es nur 24 Bücher und die Gesamtauflage liegt bei über 350.000 Exemplaren. ☺ Aber leider wird man mit politischen Sachbüchern in Deutschland nicht wirklich reich, es sei denn, man heißt Ulrich Wickert oder Guido Knopp und zeigt sein Gesicht penetrant im Fernsehen. Ich glaube, für die Skinhead-Bücher habe ich bis heute brutto rund 25.000 Euro an Honorar bekommen, habe aber damals zwei Jahre lang nichts anderes gemacht und bin auf eigene Kosten viel herumgereist, habe die Fragebögen drucken lassen usw. – das entspricht einem monatlichen Nettolohn von rund 500 bis 600 Euro und ging auch nur, weil man in Berlin relativ günstig leben kann; ich habe damals zum Beispiel nur 123 Euro Miete für meine Wohnung bezahlt. Der Skinhead-Film hat mich unterm Strich einige tausend Euro gekostet. Und noch heute, trotz relativ vieler Bücher auf dem Markt, verdiene ich damit nicht mehr als ein paar hundert Euro im Monat. Also wer Geld verdienen will, das sage ich auch immer den Leuten, die bei mir anfragen, weil sie nach 20 Jahren Punk oder Skin oder so Szene-Romane oder ihre Autobiographien veröffentlichen wollen, sollte lieber was anderes machen als ein Buch schreiben. Es gibt in Deutschland keine 100 Schriftsteller, die von ihren Buchhonoraren leben können. Die leben alle von normalen Jobs und betreiben das Schreiben nebenbei, oder von Radio- oder Übersetzerjobs oder wie ich von Vorträgen und Fortbildungen zu allen möglichen Themen, zu denen ich immer noch in ganz Deutschland herumreise.


ST: Alle ihre Bücher zu dem Thema sind in meinen Augen wichtige Werke, die ein objektives und wahrheitsgetreues Bild unserer Szene wiedergeben. Im Jahr 2000 brachten die Brüder Dominik und Benjamin Reding den Film „Oi! Warning – Leben auf eigene Gefahr“ in die Kinos. Ich selbst war bei einer Premierenvorstellung in Jena dabei und war, ob der Erwartungen, doch ziemlich enttäuscht von diesem Streifen. Wie beurteilen Sie als Journalist und Nicht Szeneangehöriger diesen Film und seinen Umgang mit der Szene?


KF: Ich fand den Film super und bin auch mit den Regisseuren und dem Film eine Zeit lang herumgefahren und habe anschließend Diskussionen dazu geführt (übrigens auch mal in Jena!). Weil: 1. zeigt der Film keine Nazi-Skins, widerspricht also damit schon dem zu der Zeit noch absolut verbreiteten Klischee; 2. präsentiert er aber nicht nur das Faszinierende an der Szene, sondern auch negative Anteile, damit wird er sehr glaubwürdig. Ich habe es zum Beispiel mehrmals erlebt, dass Glatzen im Publikum bei den zum Teil ja recht brutalen Prügelszenen begeistert mitgefeiert haben, aber als die Kussszene zwischen den  beiden Jungs kam, beleidigt und entsetzt und geradezu panisch das Kino verlassen haben. Schwule Skins – das geht gar nicht, das haben sie überhaupt nicht ertragen. Offenbar gibt es da also auch ein Toleranz-Problem in der Skinhead-Szene und bei vielen Skins, die in dem Punkt noch spießiger und intoleranter sind als die Mehrheitsgesellschaft inzwischen. Ich habe immer wieder Skins getroffen, die mir im Gespräch irgendwann erzählt haben, dass sie schwul sind, sich aber nie trauen würden, das öffentlich zu machen, weil sie dann einen Großteil ihrer Kumpels verlieren und vermutlich sogar Schläge und den Rauswurf aus der Skinheadszene riskieren würden – nicht nur in der Nazi-Szene, sondern auch bei „unpolitischen“ und linken Skins. Und der Film und die Reaktionen des Publikums darauf machen das deutlich.


ST: Welche Erinnerungen oder Anekdoten während Ihrer Jahrelangen Erfahrungen in der Skinheadszene sind Ihnen besonders im Gedächtnis geblieben?


KF:
Meine Lieblingserinnerung ist die an einen heute sehr bekannten Nazi-Musiker und -Händler, der damals, noch jung dabei, mir bei einer Veranstaltung erzählte, seine Lieblingsband seien The Specials – bis ich ihm die damals gerade aktuelle Ausgabe des Skintonic zeigte, die ich dabei hatte, und die gerade eine Specials-Story mit Bildern der Band im Heft hatte. Er konnte es kaum fassen: „Das sind ja Neger!!!“


ST: Wie hat sich, Ihrer Meinung nach, die Szene seit Ihrem ersten Buch bis heute entwickelt und verändert?


KF: Ehrlich gesagt finde ich nicht, dass sich die Skinheadszene in den letzten Jahrzehnten so sehr verändert hat, sie ist mit Sicherheit eine der (stil-)konservativsten Jugendkulturen überhaupt. Es gab in gut vierzig Jahren Skinhead-Geschichte eigentlich nur zwei große Änderungen: die Aufnahme von Punk/Oi! in das Skinhead-Repertoire durch die zweite Generation (die erste in Deutschland) und damit zusammenhängend natürlich den massiven Zufluss von Rechtsextremen und Rassisten in die Skinheadszene, was kaum möglich gewesen wäre, wäre sie ausschließlich beim „Skinhead-Reggae“ geblieben. Aber über den politischen Wandel hat das natürlich vor allem auch stilbildende ästhetische Wandlungen mitgebracht: Vom smarten Outfit mit Anzug, Button-Down-Hemden, gebügelten (!) Levi’s und Docs oder Loafers etc. zu Domestos-Hosen, Bomberjacken und Springerstiefeln bis zum Knie (natürlich nur für einen Teil der Szene). Auch der Ska hat sich ja durch den Punk-Einfluss deutlich geändert, siehe die Two-Tone-Bands der frühen Stunde oder Punk-Ska-Mischungen heute. Seitdem hat sich das eigentlich nur noch weiter ausdifferenziert, Hardcore zum Beispiel ist auch in der Skinheadszene dazugekommen, und natürlich sind Skins schon lange nicht mehr „working class“: Jeder dritte Skin in Deutschland, haben wir schon damals ermittelt, hat studiert. Skinheads in Deutschland sind heute nicht nur „Arbeiter“, sondern auch Chefredakteure, Polizeibeamte, Ärzte, Lehrer oder Sozialarbeiter.


ST: Im Jahr 1998 gründeten Sie in Berlin das Archiv der Jugendkulturen und füllten damit einen bis dato eher vernachlässigten Bereich. Geben Sie uns bitte mit Ihren eigenen Worten einen Einblick in die Arbeit des Archivs, seine Entstehungsgeschichte und Entwicklung bis heute.



KF: Das zentrale Ziel des Archivs ist es, wie schon bei der Skinheadszene erzählt, differenziertes Wissen über Jugendkulturen zu sammeln und Menschen, die daran interessiert sind, zu vermitteln, also Vorurteile abzubauen. Das machen wir zunächst, indem wir in Berlin eine riesige Bibliothek betreiben, in der man Bücher, aber auch Fanzines und vieles mehr findet (wir sind immer an jeglichen Fanzines, Flyern usw. interessiert!!!). Dann bringen wir pro Jahr ca. fünf bis sechs Bücher heraus, über 60 inzwischen plus diverse E-Books, und sind an rund 80 Tagen im Jahr irgendwo unterwegs im deutschsprachigen Raum und machen Vorträge, Workshops, Schulprojekttage usw. Dafür haben wir über die Jahre ein großes Team gebildet, dem inzwischen mehr als 60 Leute angehören, die meisten von denen kommen selbst aus einer Szene, natürlich sind auch Skins dabei. Das Archiv ist als gemeinnütziger Verein organisiert, das heißt unabhängig vom Staat oder anderen, was leider auch bedeutet, dass wir bis heute keine strukturelle Förderung bekommen: Die Miete müssen wir überwiegend durch den Verkauf unserer Bücher über unseren Shop und im Handel erwirtschaften, Stellen gibt es nur über kurzfristige Projektförderungen. Die meisten arbeiten also im Archiv ehrenamtlich und manche stecken auch noch privat Geld rein, damit wir überhaupt die Miete zahlen können usw. Alle paar Jahre droht mal wieder die Pleite und wir müssen uns mit Spendenkampagnen retten. Die Politik schaut zu – „Jugend“ ist ein Thema für Sonntagsreden, mehr nicht.


ST: Welche Bilanz ziehen Sie aus ihrer bisherigen Arbeit und wie sehen Ihre Pläne für die Zukunft aus?



KF: Immerhin gibt es das Archiv der Jugendkulturen jetzt schon seit 14 Jahren – und das alleine ist ein riesiger Erfolg! Allerdings war der Preis zumindest für mich auch sehr hoch. Nicht nur, dass ich mein ganzes Geld seitdem da reinstecke, ich habe es auch in diesem Jahrtausend noch nicht geschafft, auch nur ein einziges neues Buch zu schreiben. (Das letzte war „Generation kick.de, das ist 2001 erschienen). Und es gäbe eine Menge Themen und Szenen, die mich sehr interessieren würden, wo ich mich immer wieder über die Ignoranz und Dummheit der öffentlichen Wahrnehmung ärgere und  gerne wieder mit einem Buch zurückschlagen und die öffentliche Meinung mit Fakten und einer anderen Sicht der Dinge – von Szene-Angehörigen selbst zum Beispiel – konfrontieren würde, aber leider fehlt mir schlicht das Geld und damit die Zeit für eine längere Arbeit. Ich fürchte also, damit muss ich wohl bis zur Rente warten …


ST: Vielen Dank, dass sie sich Zeit für meine Fragen genommen haben. Meine besten Wünsche für die Zukunft.

         Cheers, Mike - März 2012

 
 
Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü